Re: Romreise + Bildung eines KR


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.youkali.de ]

Abgeschickt von Heike am 04 Juli, 2005 um 11:39:56:

Antwort auf: Re: Romreise + Bildung eines KR von Grisel am 03 Juli, 2005 um 23:09:58:

Hallo Grisel,

Du schreibst:
: Aber wenn er davon spricht, daß er seine Söhne nur für Orkney aufzieht und, bei dem Gespräch mit Bischof Jon eingesteht, daß am ehesten Lulach für Alba in Frage kommt, rechnet er dann damit, daß seine Söhne als Earls of Orkney eines Tages unter der Herrschaft Albas/Scotias stehen, das dann aber eventuell von Duncans Nachkommen regiert wird? Oder bin ich irgendwo falsch abgebogen?

Ich weiss nicht, ob er so weit im Voraus plant. Es gibt, denke ich, zwei konkrete Gründe, warum er Lulach als Erben sieht:
1) Lulach wird es als der Erbe eines der schottischen Kern-Territorien (Moray) leichter haben, von den anderen schottischen Magnaten anerkannt zu werden, als die zwei Jungs aus Orkney
2) Lulach hat einfach eher das Zeug zum König als seine jüngeren Halbbrüder. Irgendwo im Buch bringt Thorfinn zum Ausdruck, dass er Sigurd zwar sehr liebt, seine Fähigkeiten aber realistisch einzuschätzen weiss.


: Thorfinn braucht die Kirche, um seine Vision von einem Reich zu formen und zu unterstützen? Das fände ich, wenn ich es richtig verstehe, auch recht schön. Die Kirche, als Bringer von Kultur und Wissen, statt wie gelegentlich Zwietracht, Konflikt und Gier.
: Aber, idealerweise unabhängig von England oder Bremen mit den jeweiligen Erzbischöfen. Und ohne Malduin.

Ja, das war eine der Grundfragen für Thorfinn (und Sulien): welche Art von Kirche will er in Schottland? Die 'Celtic Church' nach irischem Vorbild mit ein paar Klöstern und ein paar Eremiten, oder die Struktur nach kontinentalem Vorbild mit einem Erzbischof an der Spitze und der ganzen Kirchenhierarchie? Wobei letztere Lösung das Problem mit sich bringt, von wem man sich seinen Bischof weihen lassen soll, ohne sich in politische Abhängigkeiten zu begeben. Bremen war da noch die beste Lösung: es ist verhältnismässig weit weg und dass sich der Kaiser in schottische Angelegenheiten einmischen will, ist eher unwahrscheinlich.


: Eines verstehe ich nicht ganz. Ich habe erstmals gesehen, daß da ein Strich ist in einem der Stammbäume bei Groa und Malcolm. Und bei den von Dunnett beantworteten Fragen, auf die Heike mich freundlicherweise aufmerksam gemacht hat, ist auch die Rede von Kindern oder zumindest einem.
: Wieso ist Groa dann hier auf einmal unfruchtbar? Oder lügt sie Thorfinn an, damit er sorgenfrei mit ihr schlafen kann? Paßt aber nicht zu ihrer Beziehung.
: Mal abgesehen davon, ein König, der frohlockt daß seine Frau unfruchtbar ist, das ist mal was innovatives!


Ich denke, das ist ein Ergebnis der Mixtur, die Dunnett da mit der Figur der Groa geschaffen hat. Die wurde aus zwei historischen Persönlichkeiten zusammengebastelt: Ingibjorg Finnsdottir, die zuerst mit Thorfinn und dann in zweiter Ehe mit Malcom verheiratet war; und Gruoch, die in erster Ehe mit Gillacomghain und in zweiter Ehe mit Macbeth verheiratet war.
Ingibjorg hatte sowohl mit Thorfinn als auch mit Malcolm Kinder. Die Orkneyinga saga lässt durchscheinen, dass sie in ihrer ersten Ehe etliche Male schwarger war, aber dass nur zwei Kinder das Erwachsenenalter erreicht hätten. Deshalb vielleicht Dunnetts Idee, ihrer Groa die ein oder zwei Fehlgeburten zukommen zu lassen.
Gruoch und Macbeth hatten keine Kinder, zumindest keine, die es geschafft hätten, irgendwo notiert zu werden; sie hatte nur aus erster Ehe ihren Sohn Lulach. Möglicherweise hat dies auch dazu beigetragen, Dunnett auf den Gedanken zu bringen, Groa ab einem gewissen Alter als unfruchtbar erscheinen zu lassen.

Viele Grüsse

Heike



Antworten:



Ihre Antwort

Name:
E-Mail:

Subject:

Text:

Optionale URL:
Link Titel:
Optionale Bild-URL:


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.youkali.de ]